bücherraum f

ein raum - zwei bibliotheken - viele debatten

Jungstrasse 9, 8050 Zürich

alter Katalogkasten, jpg 37 kb

Die Ingenieurin und die Frau des Botanikers

Vermutlich zwei Eichen im Vordergrund. Zwei Reihen anderer Bäume dahinter. Und Lilien in den vier Ecken. Nicht gerade virtuos, aber hübsch. Naturverbunden. So präsentiert sich das Ex Libris in einem Exemplar im bücherraum f. Das Buchzeichen schmückt ein eher unerwartetes Buch, 1956 von einem Mitglied des britischen Königshauses, ihre Hoheit Prinzessin Marie Louise, geschrieben. Der Ruhm dieser Enkelin von Königin Viktoria besteht vor allem darin, sechs britische Regentschaften miterlebt zu haben, von Viktoria bis Elisabeth II., und gelinde wohltätig gewesen zu sein.
Wie das Buch wohl in die Bibliothek in Zürich-Oerlikon gekommen ist? Wer weiss!

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Basler Acten

"Acten der Basler Revolution 1789. Auf Befehl der Regierung 1889 gesammelt". Welch ein sprechender Titel. Da befiehlt also eine Regierung, wie die Geschichtsschreibung zu einer früheren Revolution zu handhaben sei. Diese Dokumentensammlung steht neu im bücherraum f, und zwar aus dem Nachlass des allzu früh verstorbenen Journalisten und Schriftstellers Daniel Suter (1949 - 2016). Suter hat unter anderem für seinen Roman "Die Unvergleichlichen" (Zürich 2015, edition 8) Materialien zur Geschichte Basels gesammelt. Etwa zu Peter Ochs, dem eminenten Schweizer Staatsmann der Helvetik, mit dem Suter mütterlicherseits weitläufig verwandt war. So findet sich neben den "Acten" eine dickleibige "Chronik der Familie Ochs, genannt His", hinter welcher familiären Namensänderung wiederum eine ganze Schweizer Geschichte steckt. Oder die dreibändige Ausgabe der umfangreichen Korrespondenz von Peter Ochs, dazu von Charles Monnard die "Geschichte der Helvetischen Revolution", in der 1849 bis 1853 bei "Orell, Füssli und Comp." erschienenen Originalausgabe. Alle diese Bücher sind uns kürzlich mit rund vierzig weiteren dankenswerterweise zur Verfügung gestellt worden. Darunter finden sich auch Raritäten des Zürcher Arztes und libertären Sozialisten Fritz Brupbacher, etwa die anmächelig betitelte "Seelenhygiene für gesunde Heiden", sowie aus der Wiener und Schweizer psychoanalytischen Szene in den 1920er und 1930er Jahren. Ab 8. September sind solche Trouvaillen im bücherraum f in Zürich-Oerlikon einzusehen.

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